Viecher Sammeln, Viecher sammeln lassen

May. Torchic und Squirtle
May. Torchic und Squirtle, Bild von Genzoman

Wie so viele andere, die von sich dachten, sie wären erwachsen und brauchen sich nicht mit Kinderspielen abgeben, bin ich zeitweise vom Pokemon-Fieber befallen gewesen.

Ich war früher nie Fan der Serie, habe keine anderen Pokemon-Spiele gespielt und auch sonst kaum Berührungspunkte mit der Welt der Viecher-Trainer und Ballsklaven gehabt.

Vermutlich hätte ich den Hype um Pokemon Go halbwegs ignoriert, wenn ich nicht gewusst hätte, dass Niantic, die Firma hinter dem Spiel, bereits ein anderes, konzeptionell ähnliches Spiel herausgebracht hat: Ingress.

Mit Ingress habe ich mich kurzzeitig beschäftigt und fand das Konzept interessant: Man läuft zu „interessanten“ Orten in der wirklichen Welt, um dort auf virtuelle Objekte zu stoßen und damit zu interagieren. Leider ist die App inhaltlich für meine Begriffe konfus und nicht besonders motivierend, obwohl mittlerweile viele Features eingebaut wurden, an die in Pokemon Go nicht ansatzweise zu denken ist. Die Anwendung ist viel sozialer, man kann in Teams sinnvoll gegeneinander antreten, weil man viel mehr Übersicht hat und zum Beispiel gemeinsam gegen übermächtige Gegner antreten kann. In Pokemon Go kann man derzeit hingegen nur Pokemon sammeln und in Arenen gegen dort abgestellte Gegner antreten.

Damit wäre dann auch schon eine große Schwäche des Spiels genannt. Eine andere ist die Verteilung der Pokemon. In Großstädten und dort besonders in Zentrumsnähe 1)und, wie man mittlerweile weiß, ansonsten eher in finanziell besser ausgestatteten Gegenden laufen sie sich fast schon über den Haufen, während man in ländlichen Regionen gefühlt wochenlang durch Feld und Wald wandeln muss, bevor man überhaupt etwas findet. Für mich ist das weniger dramatisch, weil ich in einer Großstadt wohne.

Aber das größte Problem zum jetzigen Zeitpunkt ist das Grinden. Bis Level 12 habe ich es hingenommen, dass mir ständig stärker werdende Taubsis und Rattfratze über den Weg gelaufen sind, die unabhängig von ihrer Stärke immer nur eine feste Anzahl Erfahrungspunkte bringen. Danach nahm meine Motivation rapide ab, denn für jeden weiteren Levelaufstieg benötigt man deutlich mehr Erfahrungspunkte.

Also wechselte ich auf die dunkle Seite und installierte Necrobot, einen Bot, der in einer Windows-Konsole läuft und in meinem Namen Abfragen an die Pokemon-Server schickt. Dass es so einfach werden würde, war mir nicht klar. Offenbar drückte Niantic zeitweise alle Augen bei der Bekämpfung von Cheatern zu.

Ich lud den Bot herunter und passte die Konfiguration etwas an. In erster Linie versuchte ich, ihn etwas menschlicher zu machen. Idealerweise würde mein virtueller Vertreter nur das machen, was ich sonst auch machen würde (ausgenommen Dinge, die Auswirkungen auf andere Spieler haben). Am liebsten hätte ich, ausreichend Zeit vorrausgesetzt, einen kleinen Wanderbot auf Basis eines bestehenden Bots programmieren wollen, der in aller Ruhe die Kontinente überquert. Das wird allerdings nichts, wie sich noch zeigt.

Zu meiner Verwunderung scheinen viele der Bot-Nutzer besonders schnell besonders viele Erfahrungspunkte sammeln zu wollen und trimmen ihre Bots auf Hochleistung2)was entsprechend viele Abfragen mit sich führt. Mittlerweile ist mir klar, dass das vor allem Sinn macht, wenn man Accounts verkaufen will.

Freilich blieb dies nicht unentdeckt und Niantic begann recht bald damit, ein Anfragelimit einzuführen, um aggressive Bots auszubremsen. Das kann man an dieser Stelle wohl als Notwehr betrachten.

Insgesamt lief es für mich jedoch gut. innerhalb einiger mehrstündigen Durchläufe erreichte mein virtueller Läufer Level 20. Dann geschah etwas merkwürdiges.

Mir fiel auf, dass sich die Software bei jedem Start selbsttätig auf den neuesten Stand bringt. Das ist normalerweise ein sinnvolles Verhalten, in diesem Fall aber nicht unproblematisch, weil man für die Nutzung einen gültigen Zugang braucht, zum Beispiel einen Google-Account. Wenn man nun nicht gerade einen neuen erstellen will, nimmt man seinen bestehenden (samt Passwort), riskiert aber, dass dieser bei einem Update von einem möglicherweise unterwandertem Programm an unseriöse Stellen geschickt wird.

Eine Prüfung des Quellcodes der Version 0.4 ergab keine Auffälligkeiten, aber bei einem weiteren Besuch der Seite zeigte der Link für Downloads plötzlich auf eine komplett andere Stelle. Es sah aus wie eine feindliche Übernahme. Stattdessen hatte es aber interne Streitigkeiten gegeben, die im Eiltempo zu einer Überwerfung mit dem bisherigen Lead des Projekts führten.

Mittlerweile sind zwei Bots entstanden, der originale und PokeMobBot. Neben einigen, aus meiner Sicht eher nebensächlichen Unterschieden, hatten beide seit ein paar Tagen eine hervorstechende Gemeinsamkeit: Sie funktionierten zeitweise nicht mehr.

Niantic hat seine Sicherheitsmechanismen in einem Update aktiviert, die es den Bot-Erstellern unmöglich machten, ihre Bots sinnvoll weiterarbeiten zu lassen.

Es war abzusehen, dass Niantic irgendwann mit aller Härte versuchen würde, falsche Clients auszusortieren3)Kombination von vielleicht einigen Gerätewerten des genutzten Smartphones, zufälligen Werten und Authentifizierungs-Tokens oder Hashes mit entsprechenden Zertifikaten?

Neben der Tatsache, dass gerade in Zukunft, wenn Features wie Tauschen hinzukommen könnten, Cheater viel Schaden anrichten würden (und wenn man sich sowas anschaut: eigentlich schaden sie jetzt schon), erzeugen die Bots eine erhebliche Last. In einem Beitrag hat Niantic das visualisiert. Die Bots erzeugten etwa zwei Drittel der gesamten Serverlast. Wenn man bedenkt, dass die Zahl der Leute, die Bots verwenden, im Vergleich zu den normalen Nutzern sehr gering sein dürfte, ist diese Last geradezu absurd hoch4)Dass sie nicht schon früher so reagiert haben, war vermutlich geplant: Kenne den Feind, um ihn möglichst effektiv bekämpfen zu können.

Bisher sind die Entwickler der Bots noch zuversichtlich, eine Lösung zu finden, aber ich gehe davon aus, dass die Mehrheit der Bot-Nutzer langfristig ohne glaubwürdige Emulation von z.B. GPS-Daten und unverdächtigen Serveranfragen immer wieder auffliegen wird.

Zum Thema Motivation lässt sich meinerseits sagen, dass ich das Spiel in seiner aktuellen Form nicht ausreichend motivierend finde und den Bot-Freunden nicht mehr vertraue. Was bleibt also?

Vielleicht gibt es für mich Hoffnung in Form eines einfacheren Spiels, das sich eher auf das konzentriert, was ich interessant finde: Fortbewegung und ein bisschen Strategie.

Fußnoten   [ + ]

1. und, wie man mittlerweile weiß, ansonsten eher in finanziell besser ausgestatteten Gegenden
2. was entsprechend viele Abfragen mit sich führt
3. Kombination von vielleicht einigen Gerätewerten des genutzten Smartphones, zufälligen Werten und Authentifizierungs-Tokens oder Hashes mit entsprechenden Zertifikaten?
4. Dass sie nicht schon früher so reagiert haben, war vermutlich geplant: Kenne den Feind, um ihn möglichst effektiv bekämpfen zu können

Alt genug?

Mit dem Messer in der Hand humpelte Liselotte über den Flur. Währenddessen schimpfte sie ohne Unterlass. Ganze Sätze waren Mangelware. Stakkatoartig hustete sie Wortgruppen auf den Flur, deren Inhalt sich dem geneigten Zuhörer nicht von selbst erklären wollten. Schließlich hielt sie an einer Tür an und schaute angestrengt auf das Schild: Irmgard H.

Ohne Anzuklopfen riss sie die Tür mit erstaunlichem Schwung auf und humpelte ins Zimmer. Dabei erhob sie das Messer und fletschte die Zähne.

Irmgard kauerte ihr zugewandt auf dem Boden und schaute mit weit aufgerissenen Augen in ihre Richtung. Liselotte blieb mit weiterhin erhobenem Arm stehen und versuchte, sich ein Bild zu machen.

Irmgard hatte die Vorhänge geöffnet und die Mittagssonne durchflutete den Raum. Liselotte musste sich die andere Hand schützend vor die Augen halten, um nicht völlig geblendet zu werden. Erstarrt stand sie da, ganz ohne Murren, völlig verstummt, und wartete darauf, dass sich ihre Augen an das Licht gewöhnen würden.

„Warum hast du die Vorhänge aufgezogen, Irmgard?“, fragte Liselotte schließlich. „Warum nicht? Es ist Tag! Und wozu dieser anklagende Unterton, Nachbarin? Ich habe Dich ohnehin nicht eingeladen …“ „Na und? Aber wer in Gottes Namen braucht soviel Licht?“ „Ich brauche das, Nachbarin, ich. Denn meine Kontaktlinsen finden sich nicht von allein“ „Dann finde sie schneller, ich hab‘ noch ‚was vor!“ „Ach, du ‚hast noch ‚was vor‘, Nachbarin“, erwiderte Irmgard verächtlich, „Das klingt ausgesprochen interessant. Wenn ich meine Kontaktlinsen wiedergefunden habe, musst du mir das ganz detailliert erzählen. Solange kannst Du mir aber beim Suchen helfen. Wie du sicher weißt, bin ich ohne meine Kontaktlinsen nicht zu gebrauchen“ „Ja, ja, weiß ich. Aber einen Teufel werde ich. Du kannst deine Kontaktlinsen alleine finden“

Etwas wirr schaute sie nun trotzdem im Raum umher und wippte nervös auf ihren Füßen. Den Arm mit dem Messer nahm sie herunter und auch der andere Arm durfte ruhen, denn die Augen hatten sich an das Licht gewöhnt. Das Messer erzeugte ein Lichtspiel an der Wand. Irmgard suchte den Teppich weiter ab.

„Liselotte …“

„Liselotte!“

„Ja, was denn?“, rief sie gereizt.

„Lass das Gesuche. Es hat doch keinen Zweck“

„Wieso?“

„Lass es doch bleiben. Ich habe dir etwas zu sagen. Das geht zur Not auch ohne Kontaktlinsen …“ „Das glaubst du also? Ich habe meine Kontaktlinsen schon längst eingesetzt!“, sagte Irmgard laut und zog behänd eine winzige Pistole aus ihrem Rock hervor. Liselotte gab keinen Laut von sich, doch ihre Miene verfinsterte sich.

„Ich habe schon geahnt, dass du hier aufkreuzen würdest, um irgendetwas Furchtbares zu tun. Also habe ich mich vorbereitet“

„Ach, hast du das?“ Liselotte lachte hart.

In diesem Moment wurde die Tür noch weiter aufgestoßen und Helga kam an ihrem Gehstock hereingestolpert. Auch sie hatte eine kleine Pistole in der Hand und ein wildes Funkeln in ihren 84-jährigen Augen ließ keinen Zweifel daran, dass sie die Waffe einsetzen würde.

„Da staunst du, Liselotte, nicht wahr? Du dachtest, du könntest mit mir, deiner besten Freundin, Pistolen kaufen gehen und jetzt das hier. Deine ‚beste Freundin‘ hintergeht dich, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken!“

Sie ließ eine kurze, vermutlich dramatisch gemeinte Pause und drückte ab. Stille. Es löste sich kein Schuss. Auch die nächsten Versuche blieben ohne Erfolg. Die Pistole kam ihrem Auftrag nicht nach. Helgas Grinsen entglitt und wich allgemeiner Ausdruckslosigkeit.

Im Angesicht der Pistole in Irmgards Hand hätte man vielleicht Furcht oder Panik erwartet, doch darüber schien sie hinweg zu sein.

„‚Beste Freundin‘ sagst du? Ich kenne dein dunkles Geheimnis längst. Schon seit Monaten kannst du mir nichts mehr vormachen“, rief Irmgard so laut, dass es der ganze Flur hören musste.

„Schrei doch noch lauter, Irmchen, damit auch die Wachen am Eingang etwas hören und schnell heraufkommen?“, erwiderte Helga, „Was die wohl zu unseren Pistolen sagen werden?“

Und siehe da. Es ließen sich Schritte auf dem Flur vernehmen. Helga und Liselotte zuckten zusammen, nur die schwerhörige Irmgard ließ sich nichts anmerken. Helga schaute umgehend nach, wer sich näherte.

„Es ist Alma“, flüsterte Helga.

„Trauma-Alma?“, fragte Liselotte.

„Ja, die österreichische Trauma-Alma. Keine Ahnung, wie sie es hierher geschafft hat“

„Die wohnt doch zwei Stockwerke tiefer, nicht wahr?“

Irmgard gefiel das Tuscheln der beiden Frauen vor ihr gar nicht: „Wer kommt da? Sagt mir auch mal jemand etwas?“

„Nur, wenn du deine Pistole ‚runternimmst!“, sagte Liselotte. Irmgard blickte etwas nachdenklich, ließ die Waffe schließlich sinken und versteckte sie wieder.

Als sie gerade damit fertig war, kam Alma zur Tür geschlichen. Sie schob einen Gehwagen vor sich her und blickte nacheinander mürrisch auf die drei Frauen.

„Wisst ihr was!“, begann sie unfreundlich, „Eure Eskapaden sind legendär. Alle paar Wochen duelliert ihr euch auf scheinbar höchstem Niveau und denkt euch neue Möglichkeiten aus, euch gegenseitig auszuspielen. Aber heuer bin ich eurer Eskapaden überdrüssig. Es muss ein Ende haben!“

„Ach Alma“, begann Helga, „Du nimmst diese Angelegenheiten viel zu ernst. Und außerdem gehen sie dich gar nichts an. Geh wieder zurück in dein Zimmer und …“

„Einen Teufel werde ich. Jedesmal enden eure Spielereien damit, dass die Wachen kommen müssen und euch ruhigstellen. Wenn ihr dann wenigstens dazulernen würdet! Ich habe der Heimleitung schon so oft gesagt, dass sie nicht alle Demenzkranken auf einem Flur unterbringen soll. Das bringt nur Unglück!“

Die Anwesenden schauten etwas ratlos in die Runde. Der Nährboden für schlagfertige Erwiderungen war mit einem Schlag verödet.

„Aber kommen wir zu den wirklich wichtigen Dingen“, fuhr Alma fort, „Ich habe da etwas vorbereitet“

Alma schlug die Decke zurück, die sie über ihren Gehwagen gelegt hatte und legte eine Reihe Handgranaten frei.

Noch ehe eine der Überraschten etwas sagen konnte, hatte Alma bereits die erste Handgranate scharf gemacht.

„Granaten mit Zeitzünder, übrigens“, meinte Alma beiläufig.

Autoquiz

autoDas richtige Verhalten im Straßenverkehr ist nach wie vor eine große Herausforderung. Nicht jeder ist dazu bestimmt, mit einer wenigstens eine Tonne schweren Rammwaffe über den Asphalt zu walzen, um Mensch und Natur an die Grenzen der psychischen und physischen Belastbarkeit zu bringen.

Sind Sie bereit? Finden Sie es heraus, indem sie die Fragen in diesem Autoquiz beantworten!

Hermann Hesse: Der Steppenwolf

Inhalt

Da ist also dieser Harry Haller. Der Mann ist gebildet und belesen, denkt viel und macht wenig. In seinem Kopf spukt die Idee, er wäre in zwei Charaktere geteilt – den zivilisierten Menschen und den animalischen Steppenwolf. Diese beiden können sich nicht leiden, so die Kurzfassung seines Problems mit den beiden.

Im Großen und Ganzen macht ihn das ausgesprochen unglücklich. So unglücklich, dass er sich am liebsten umbringen würde. Vielleicht ab seinem 50. Geburtstag. Aber vielleicht auch nicht. Das Leben ist schließllich kein Ponyhof.

Als Harry nun Hermine kennenlernt, eine Person, die äußerlich so ganz das Gegenteil seiner Person darstellt, merkt er endlich, dass es noch einiges mehr im Leben gibt als Trübsal blasen. Zum Beispiel Tanzen lernen und mit deutlich jüngeren Frauen schlafen.

Höhepunkt des neuen, glanzvolleren Lebens ist der Besuch eines Maskenballs, bei dem Harry unter Drogen Einlass in eine Art Theater gewährt bekommt, in dem er allerlei Ideen und frühere Abschnitte seines Lebens wiedererleben und verändert wahrnehmen kann. Dass seine einfache Einteilung Mensch – Wolf unzureichend ist, wird ihm erneut bewusst gemacht.

Letztlich kann Harry sich auf dieser Spielwiese für immer austoben und die Dinge mit Humor nehmen. Denn schließlich ist ohne Humor alles zwecklos.

Einschätzung

Die erste Hälfte des Buches war schwer zu lesen. Harrys Neurosen haben ihn fest im Griff und auf Dauer ist die Schilderung seines Leids und seines Alltags ermüdend. Mit der Andeutung eines anderen Lebens mit deutlich reduzierter Anzahl von Zwängen geht es scheinbar aufwärts im Leben des Harry Haller.

Gleichzeitig scheint er sich von der Realität abzukapseln. Wie schon der Erzähler zu Beginn des Buches zu berichten weiß, ist nicht klar, an welchen Stellen das Erzählte in Fiktion übergeht. An einigen Stellen, zumeist wenn sich die abschließende Veranstaltung des Buchs ankündigt, scheint die Realität überwunden. Sprüche wie „Zutritt nur für Verrückte“ erhärten diesen Eindruck.

Entsprechend kann man sich kaum sicher sein, wer gegen Ende nicht nur eine Persönlichkeit aus Harrys Kopf ist. Gibt es Hermine wirklich? Wer ist Pablo, der mysteriöse Musiker?

Statt einem Befreiten (bzw. einen sich auf eine Befreiung Zugehenden) sehe ich am Ende einen Mann, der zusehends den Verstand verliert und scheinbar gut damit leben kann, sich in die (angeblich tabuisierte) Schizophrenie zu flüchten. Wobei ich vermute, dass Hesse den Begriff hier etwas überstrapaziert. Das Ich eines Menschen als eine Sammlung vieler verschiedener und veränderlicher Unterpersönlichkeiten zu betrachten, entprach 1927 sicherlich einer fortschrittlichen Denkweise.

Aber humorvoll lachend in den Wahnsinn schlittern und dabei unter Drogen mit den eigenen Vorbildern über das Leben philosphieren anstatt der üblichen Depressionen nachhängen? Wohl am besten beides nicht.

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