Track: Goodwill

Wie in dem letzten Beitrag zu generierter Musik angekündigt, folgen weitere Tracks aus der Serie generierter Musikstücke, allerdings ins umgekehrter Reihenfolge.

Heute geht es um Goodwill, einem Track, den ich extra so eingestellt habe, dass er möglichst positiv klingt. Normalerweise versuche ich, so wenige Einschränkungen wie möglich vorzunehmen, aber insbesondere bestimmte Akkorde (zum Beispiel Moll-Akkorde) und Tonleitern sind entweder deprimierend oder sehr ungewohnt. Deswegen muss ab und an ein Track her, der zumeist nur die Tonleitern C, C#, D, G und A mit Dur-Akkorden nutzt.

Track: Pointless Investigations

In den letzten Monaten habe ich immer mal wieder an einem Programm gearbeitet, das Musikstücke erzeugen kann. Die Idee kam mir, als ich mich etwas genauer mit den Grundlagen „westlicher Musik“ auseinandersetzte. Sehr hilfreich war dabei das Buch A Geometry of Music von Dmitri Tymoczko.

Vieles, was man aus dem Bereich Klassik, Jazz und zum Teil aus der Popmusik kennt, ist im Grunde sehr ähnlich. Es werden oft die gleichen Tonarten und Akkorde, ja sogar bestimmte Akkordfolgen benutzt. Sehr eindrucksvoll kann man das zum Beispiel an diesem Video sehen.

Also habe ich ein Programm geschrieben, das bestimmte Grundlagen berücksichtigt, alles andere aber in gewissen Grenzen dem Zufall überlässt. Zu meinem Erstaunen waren die ersten Stücke überwältigend komplex. So komplex, dass ich mit der Zeit einige Vereinfachungen hinzugefügt habe, die in erster Linie die Wahrscheinlichkeit für Wiederholungen erhöht. Trotzdem ist die Komplexität der erzeugten Stücke immer noch sehr hoch und meistens sind nur kleine Teile ansprechend genug, um sie aufzubewahren.

Ein Beispiel für ein recht aktuelles Stück ist dieser Jazz-Track:

Die Noten wurden vom Programm erzeugt und in Reaper mit passenden Samples abspielbar gemacht.

Mercado dos Lavradores

Im Bauernmarkt von Funchal kann man noch etwas vom früheren Madeira erahnen, das langsam durch große Supermärkte in die Ecke gedrängt wird.

Noch hat dieser Markt das ein oder andere Alleinstellungsmerkmal, das ihm kein Supermarkt abläuft (exotische Früchte und einen Fischmarkt, zum Beispiel). Auf der anderen Seite muss man als Tourist vorsichtig sein, was man für welchen Preis kauft, um sich nicht im Nachhinein über den Tisch gezogen zu fühlen.

Fragwürdige Wetten

Immer, wenn ich in Gedanken zur atomaren Auslöschung gelange, kommt Gott besorgt vorbei und fragt nach, was es mit diesen spezifischen Ängsten auf sich hat.

Ich glaube, dass er einen atomaren Ausrutscher für eine der wahrscheinlichsten Sudden Deaths der Menschheit hält. Irgendein Irrer ordnet nach einem missverständlichen Tweet die Torpedierung eines fremden Landes an und bringt den kurzen, aber effektiven 3. Weltkrieg in Gang.

Ich hatte Gott schon eine Weile nicht mehr gesehen und war erstaunt, als ich ihn durch die Decke schweben kommen sah. Ich habe an meinen Falten gearbeitet, konterte er meinen erstaunten Gesichtsausdruck. Und du brauchst dich auch gar nicht bei mir beschweren, dass sich deine Falten jedes Jahr tiefer in deine Haut graben.

Ich würde gerne wieder eine sinnlose Diskussion zum Thema Was ich wirklich will anfangen, aber ich weiß jetzt schon, dass er sich wieder herauswinden wird und ich mich schlecht dafür fühle, das Thema überhaupt angesprochen zu haben.

In einer stillen Stunde verriet er mir, dass er sich nur um eine Möglichkeit mehr Sorgen mache: Meteoriten. Die kommen einfach, egal wie nett oder barbarisch die Menschen gerade miteinander umgehen. Er hat ein paar Wetten bei einem Buchmacher seines Vertrauens am Laufen, bei denen es darum geht, ob die Menschen bis zu diesem Zeitpunkt einen anderen Planeten kolonialisiert haben oder nicht.

Ob er auch auf die atomare Auslöschung der Menschheit wette, fragte ich ihn. Er schaute mich durchdringend mit seinen gütigen Augen an. Eine kleine Falte bildete sich spontan auf seine Stirn, eine ganz schmale zwischen den Augen.

Damit hatte ich mein Ziel für heute erreicht.

Am Strand von Machico, Madeira

Am Strand von Machico, Madeira – Sandstrand gibt es auch (ein Stück weiter)

Wer mag, kann es sich auf den Holzflächen gemütlich machen, wenn es nicht allzu windig ist. Einige Schritte weiter gibt es einen kleinen Sandstrand, der zumindest im September 2017 nicht überrant war. Baden im salzigen Atlantik ist allerdings nicht jedermanns Sache.

Ein Musikarchiv?

Ab und an überkommt es mich und ich muss etwas musikähnliches produzieren.
Vor ein paar Monaten kam mir in den Sinn, einen Remix eines Covers zum Spiel Nier: Automata zu erstellen.

Beim „Veröffentlichen“ stellte sich die Frage, wo das am besten geht. Soundcloud kam mir recht bald in den Sinn. Allerdings scheint es so, als wenn die Tage des Dienstes mehr oder weniger gezählt sind.

Vor Jahren veröffentlichte ich Tracks auf Trax In Space, aber diese Seite kann nicht mehr wirklich als lebendig bezeichnet werden. In den 90ern und frühen 2000ern war das noch anders.

Bleibt letztlich nur YouTube, weil durch Google gestützt und vermutlich auch noch für einige Jahre sehr lebendig. Andererseits ist die Seite nicht gerade für Musik bekannt. Dennoch ein akzeptabler Kompromiss.

Den Remix und weitere Tracks aus den letzten Jahren gibt also auf meinem neuen Kanal zu hören.

Stach: Kafka: Die frühen Jahre

Wann immer ich davon erzähle, wie interessant ein 600-Seiten-Buch über Kafka sein kann, ernte ich ein Grinsen oder ungläubiges Staunen. Dabei ist es mein voller Ernst. Man spürt, dass der Autor unglaublich viel Zeit in die Recherche aller relevanten Umstände investiert hat und sich dabei auch noch gut ausdrücken kann, ohne den roten Faden zu verlieren.

Dabei geht es nicht allein um das direkte Umfeld Kafkas, sondern auch um eine mehrschichtige Einordnung: Was passierte damals in Prag, in Böhmen, in Europa? Was passierte politisch und technisch? Wie hat sich Prag zu dem entwickelt, was es damals war? Welchen Stellenwert hatte Religion oder Bildung? Wie erging es Juden zu dieser Zeit?
Allein schon für die Entflechtung der Prager Geschichte lohnt es sich, den ersten Teil des Buchs zu lesen.

All diese zusätzlichen Infos helfen dabei, zu verstehen, welchen Zwängen und Ansichten sich Kafka und seine Umgebung unterordnen mussten.

Die romanhafte Erzählweise des Autors ist nicht mit der trocken wie in einem üblichen Sachbuch vergleichbar. Etwas lockerer geht es daher, aber dennoch gibt es ein paar Hürden zu benennen, die auch erklären, warum ich für das Lesen dieses Buchs Monate gebraucht habe:

  1. Der Text ist inhaltlich „kondensiertes Kondenswasser“. Während 600 Seiten in manchem Thriller in einer Nacht „erledigt“ werden können, ist das in diesem Fall absolut unmöglich, wenn man gleichzeitig den Anspruch hat, etwas verstehen und nachvollziehen zu können.
  2. Das Buch ist sehr eloquent geschrieben. Das ist sicher schön für Liebhaber der deutschen Sprache, die auch mal gerne einen Duden in die Hand nehmen, um ein weniger geläufiges Wort nachzuschlagen. Für andere ist das vielleicht weniger erfreulich.
  3. Es gibt noch zwei weitere Bänder, die nicht weniger Zeit zum Lesen verlangen, als dieser. Mit dem Abschluss (nur) dieses einen Bandes hat man einen erheblichen Teil der eigentlichen Sache (Kafka legt richtig los, wird schließlich krank etc.) noch nicht zu Gesicht bekommen.

Mir fehlen nun noch die beiden vorhergehenden Bände, aber ich bin zuversichtlich, dass sie ähnlich unterhaltsam sind wie dieser.

Sandige Grenzen

In letzter Zeit habe ich ein paar Meinungsverschiedenheiten mit Gott. Speziell geht es um das Wetter und meine – zugegeben subjektive – Ansicht, dass es schon seit geraumer Zeit ungerecht „verteilt“ wird.

Er verdreht bei Themen wie diesem regelmäßig die Augen. Er kann es nicht mehr hören. Jeder zweite beschwert sich unregelmäßig über Klima oder Wetter, berichtet er mir.

Tja, meinte ich zuletzt zu ihm, warum änderst du dann nicht mal was daran?
Es war mir so rausgerutscht, aber er antwortete nicht, denn er wusste schon, dass ich mir die Frage beantwortet hatte, bevor ich sie vollständig formulieren konnte.

Jeder mag das Wetter anders, ich weiß. Der eine will 35 Grad im Schatten, der andere 15 Grad im Regen. So ist das halt.

Trotzdem muss es einen Kompromiss geben können. Eine Variante, die bei den meisten für die meiste Zeit als akzeptabel hingenommen werden kann.

Gottes engelsgleiche Ruhe wurde durch meine Überlegungen und Vorschläge letztlich doch etwas aus dem Gleichgewicht gebracht und er sah sich genötigt, etwas zu erwidern.

Mein Sohn, du machst dir das zu einfach. Wenn ich anfange, in das Wetter einzugreifen, dann begehe ich den ersten Schritt zur Zerstörung des Experiments, dessen Teil auch du bist.
Die Experiment-Sandbox, in der du dich befindest, darf nur an wenigen Stellen von außen verändert werden, um das Experiment nicht sinnlos zu gefährden. Aber im Grunde ist alles den Wesen und Ereignissen im Experiment überlassen. So gerne ich manchmal eingreifen würde, es wäre ein Fehler.

Ich war einigermaßen beeindruckt. Mir stellten sich allerdings sofort zwei Fragen:

  1. Was sind das für Stellen, die von außen angepasst werden?
  2. Gibt es noch andere Experimente?

Gott erahnte meine Fragen wohl und lächelte allwissend. Das ist seine Art mir zu zeigen, dass ich auf diese Fragen definitiv keine Antworten erhalten würde.