Generative Music: Waiting

Februar 14, 2021 - Lesezeit: ~1 Minute

Vor einiger Zeit beschäftigte ich mich etwas mit Musiktheorie und schrieb ein Java-Programm, mit dem ich (und so ziemlich nur ich) in der Lage war, diffuse Musik zu erzeugen. Der Ansatz war damals, möglichst offen zu beginnen und dann einzugrenzen. Das hat nicht gut geklappt. Ich habe unterschätzt, wie "einfache" verständliche Musik funktioniert.

Mit ein paar neuen Gedanken und dem Ansatz umgekehrt (wenig flexibel -> flexibler) habe ich nun ein Python-Script geschrieben, das deutlich weniger diffuse Musik erzeugt.

Um sich ein Bild machen zu können, kann man sich dieses Beispiel anhören. Das Stück geht Richtung Easy Listening / Jazz und nimmt am Loudness War nicht teil (hat also leise und laute Abschnitte). Entsprechend versträgt es sich nicht gut mit lauten Hintergrundgeräuschen. Es mäandert einige Minuten mit wechselnden Moll-Tonleitern und einer sich wiederholenden Progression i-v-iv-i vor sich hin, bis es "ausläuft".


Peter Frankopan: Die neuen Seidenstraßen

Februar 2, 2021 - Lesezeit: ~1 Minute

Die Geschichte geht etwa so: Früher gab es die Seidenstraße, die West und Ost lange im Handel verbanden. Dann drehte der Westen auf und der Welthandel wurde durch ihn bestimmt.

Das ist nun vorbei. Asien emanzipiert sich und vor allem China ist auf dem Weg, die USA als Anführer "abzulösen". Trump hat die Entwicklung noch beschleunigt, während sich Europa größtenteils heraushält. Die alten Handelswege werden zu neuen. Der Westen muss fürchten, dass Asien den Westen rechts überholt.

Die Thesen werden mit allerlei Daten unterschiedlicher Qualität unterfüttert. Allerdings empfand ich davon viel als redundant. Ich hätte mir eher die Behandlung weiterer Aspekte gewünscht. Zum Beispiel spielen Umweltaspekte keine Rolle. Die Klimakatastrophe und deren Folgen scheinen unbedeutend zu sein.

Trotzdem hilft das Buch, aktuelle Entwicklungen besser zu verstehen und sich zeitweise aus der westlichen Wahrnehmungsblase zu bewegen.


Udon-Nudelsuppe-Baukasten

Januar 24, 2021 - Lesezeit: 3 Minuten

Für 4 Portionen, ohne Fleisch

Zutaten

  • 400g Udon-Nudeln (aufzuteilen, wenn für mehrere Tage gedacht)
  • 150g Pilze (z.B. Shiitake, Kräuterseitlinge, Champigons)
  • 1 Bund Frühlingszwiebeln
  • Gemüse (z.B. Brokkoli, Bohnen, Karotten, Zuckerschoten)
  • 2 Teelöffel Mirin
  • 2 Packungen Dashi
  • 1200-1800ml Wasser
  • 2-3 Esslöffel Mizo-Paste
  • Sojasoße
  • Salz
  • Pfeffer
  • Ingwer
  • Chili
  • Sesam

Mit Tofu?

  • 200g Tofu

Tofu anbraten?

  • Maisstärke
  • Sesam
  • Sojasoße
  • Sesamöl

Nudeln, Tofu und Mizopaste gibt es mittlerweile in vielen Supermärkten. Einfacher Tofu hat wenig Eigengeschmack und kann leichter gewürzt werden als z.B. geräucherter. Mirin und Dashi gibt es im Asia-Supermarkt.

Vorbereitung

Tofu

Wenn der Tofu nur in die Suppe soll, einfach in kleine Stücke schneiden. Ansonsten in Küchenpapier wickeln und etwas Schweres daraufstellen, damit der Tofu trocknet.

Suppe

Die Nudeln werden frisch gekocht und danach kalt abgespült. Pilze in Scheiben schneiden und bei Bedarf teilen, bis gut essbare Stücke übrig bleiben. Frühlingszwiebeln abwaschen, welke Teile entfernen und zerkleinern. Der Gemüseanteil braucht nicht groß auszufallen. 1-2 Karotten und maximal ein halber Brokkoli reichen beispielsweise.

Zubereitung

Tofu anbraten

Geschnittenen Tofu in eine Schale geben, Sojasauße, Gewürze, ein paar Esslöffel Maisstärke und Sesam dazugeben und durchmischen. Prinzipiell kann man das auch Stunden vorher machen, wenn man die Mischung durchziehen lassen möchte.

Ca. 10 Minuten bevor die Suppe fertig ist: Sesamöl in einer Pfanne erhitzen, Tofu dazugeben und bei mittlerer Hitze braten und durchmischen bis alle Seiten gut gebräunt sind. Dabei nicht zu lange warten, denn der Tofu gart noch ein bisschen nach. In eine Schale geben.

Suppe

Wasser aufkochen, Mirin und Dashi dazugeben. Dann Pilze und Gemüse dazugeben - Frühlingszwiebeln (und ggf. Zuckerschoten) erst später. Temperatur verringern.

Die Suppe kann wenige Minuten oder aber auch 20-30 Minuten köcheln, je nachdem wie weich das Gemüse werden soll.

Dann Gewürze und Mizo-Paste dazugeben und aufkochen lassen. Außerdem Frühlingszwiebeln (und ggf. Zuckerschoten) dazugeben. Die Suppe mit Mizo-Paste sollte möglichst nicht mehr kochen. Dann abschmecken und gegebenenfalls nachwürzen.

Anmerkungen

Das Essen kann recht schnell kalt werden, daher möglichst den Deckel auf der Suppe lassen und nicht zuviele Nudeln auf den Teller bringen.


Gelesen 1/2021

Januar 9, 2021 - Lesezeit: 3 Minuten

Schon im letzten Herbst las ich erneut Albert Camus' Die Pest. Das Buch blieb mir ähnlich haften wie schon beim ersten Lesen vor einigen Jahren, wobei diesmal andere Dinge in den Vordergrund rückten.

Ich ertappte mich immer wieder dabei, Parallelen zwischen dem Pestausbruch und unserer (im Vergleich) "freundlichen" Pandemie zu finden. Viele Dinge scheinen wirklich ähnlich zu verlaufen.

Bis das Ereignis tatsächlich von der breiten Masse verstanden ist, dauert es sehr lange. Die Situation erscheint abstrakt und unwirklich. Und solange man niemanden kennt, den es "erwischt hat", besteht immer die Möglichkeit, sich in gefühlter Sicherheit zu wiegen. Gerade diese gefühlte Sicherheit ist gefährlich und ich vermute, dass sie erheblich dazu beiträgt, dass man den Ernst der Lage falsch einschätzt.

Bei der Pest kommt irgendwann der Moment, in dem auch dem letzten klar wird, dass mit der Seuche nicht zu verhandeln ist. Dann sind die Straßen auch ohne Verordnung leer gefegt und das Heulen der Krankenwagensirenen löst Beklemmung aus. Davon sind wir zumindest in Deutschland zum Glück bisher weit entfernt. Hoffentlich bleibt es so.

Ebenso garantiert scheint eine "langsame Kenntnisnahme" zu Beginn. Man hat recht große Gewissheit, womit man es zu tun hat, aber zögert das Unvermeidliche Tage oder Wochen hinaus - Was sich bei hochinfektiösen Krankheiten im Nachhinein betrachtet immer als fragwürdig erwiesen hat.

Ein weiterer Punkt, praktisch der Elefant im Raum ist das Erlebnis für die Menschen "an der Front". Mir scheint, dass es hier ab dem Punkt der Überlast keinen so großen Unterschied macht, womit man es zu tun hat. Das Personal wird unbarmherzig zerrieben und kann doch nicht aufgeben.

Das ist auch ein zentrales Thema im Buch. Trotz der Ausweglosigkeit der Situation bleibt nichts, außer weiterzumachen und die Dauerbelastung auszuhalten.


Cartarescus Solenoid wartet schon eine ganze Weile darauf, weitergelesen zu werden. Das Buch ist sehr ungewöhnlich, sowohl in der Aufmachung als auch inhaltlich. Die Perspektive der Hauptperson pendelt zwischen ekelhaft, deprimierend und faszinierend hin und her. Tatsächlich beunruhigt mich das Lesen diese Buchs eher als viele andere Dinge momentan. Entsprechend wird es damit erst in einigen Wochen weitergehen.

Überbrückt wird derzeit mit Peter Frankopans Die Neuen Seidenstraßen am äh ... unteren Ende meiner Toleranzschwelle für Sachbücher. Die Hälfte ist etwa geschafft und mir drängt sich der Eindruck auf, dass hier weniger mehr gewesen wäre. Vielleicht braucht es aber auch Fülltext, um den Gedanken, die besprochen werden, etwas Raum zu geben.


Random Explorer - Beta

September 24, 2020 - Lesezeit: 2 Minuten

Sicher niemand wird sich gewundert haben, warum zuletzt neben den üblichen Beiträgen eine Privacy Policy für Random Explorer aufgetaucht ist. Es geht um eine kleine Android-App, die innerhalb eines selbst festlegbaren Radius eine Koordinate erzeugt. Diese Koordinate wird per Zufall bestimmt, orientiert sich also nicht an der Karte oder sonstigen Dingen.

Was man mit dieser Koordinate anstellt, ist jedem selbst überlassen, aber ein angedachter Use Case ist ein Spaziergang oder eine Wanderung zu diesem Punkt, sofern er überhaupt erreichbar ist. Ein paar Mal habe ich das so schon ausprobiert und unerwartet ein paar neue Wege in der Umgebung gefunden. Da ich viel in meiner direkten Umgebung unterwegs bin, ist das recht praktisch.

Bildbeschreibung

Auf die Idee kam ich über eine andere App namens Randonautica, die auch Koordinaten erzeugt, aber das Ganze in ein unseriös erscheinendes Konstrukt bettet. Die Nutzung dieser App ist mittlerweile außerdem so umständlich in der Handhabung, dass ich mich genötigt sah, eine simple Alternative zu basteln.

Die App ist momentan als Beta markiert, ich bin also für Feedback aller Art aufgeschlossen.


Cover Image

Heidschnuckenweg Etappe 2

September 24, 2020 - Lesezeit: 2 Minuten

Am Dienstag war ich mit Anne auf einem kurzen Trip nach Handeloh über Buchholz. Tagesziel war eine kleine Wanderschaft auf dem Heidschnuckenweg. Schon im letzten Jahr gingen wir diesen Teilabschnitt (allerdings im August). Da wir nur die 2. Etappe (ca. 15km) gingen, schien es sinnvoller, in Handeloh zu starten und im besser angebundenen Buchholz anzukommen. Bei gutem, aber nicht zu warmen Wetter, legten wir die Strecke ohne große Anstrengung zurück.

Man sollte sich nicht allzu sehr darauf versteifen, Heidschnucken zu Gesicht zu bekommen. Davon abgesehen: Vor allem während der Heideblüte ist die Landschaft schön anzusehen (im September ist davon fast nichts mehr übrig). Die Gegend ist zudem etwas hügeliger als man erwarten würde, sodass man an manchen Stellen durchaus ein paar schöne Blicke auf die Umgebung hat. Die in der Beschreibung angegebene Umleitung war schon 2019 veraltet. Man kann ohne Probleme am Stadtteich vorbeilaufen.

Am Bahnhof fiel uns diesmal das eher unscheinbare BahnhofsCaFee (Achtung, Facebook; die eigentliche Internetseite sieht gerade nicht gesund aus) auf. Dort gab es Cappuchino und Cookies der selbstgemachten Art. Sowohl der Kaffee als auch die Cookies waren unerwartet gut. Ich komme selten in die Verlegenheit, am Bahnhof Buchholz auszusteigen, aber für die Zukunft bleibt dieses Café für mich gesetzt. Cappuchino vom BahnhofsCaFee