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Generative Music: Melting Snow

April 13, 2021 - Lesezeit: ~1 Minute

Der Frühling hat in diesem Jahr ausnahmsweise seinen Namen verdient. Der April ist wechselhaft, kalt und windig.

Trotzdem werden die Tage länger und wenn mal Schnee fällt, hält er sich nicht unbedingt lange. Als Ode an die Schneeschmelze habe ich das Skript zum Erzeugen von Musik (genannt midim) dazu genötigt, etwas Schneeschmelziges zu erzeugen. Die Instrumentenwahl ist nicht zufällig: Piano, Bass, Marimba.

Melting Snow

Inpiration für die Instrumentierung war ein Album von Taiko Saito und Niko Meinhold namens koko, das ich seit jeher sehr entspannend finde (Beispiel: Hautfarbene Wolke).

Dass es fast schon so lange wie das Album auch das Trio Kokotob mit dem Klarinettisten Tobias Schirmer gibt (Beispiel: Komodo no Kodomo), ist mir erst heute aufgefallen. Tja. Mehr Musik zur Entspannung schadet derzeit ja eher nicht ...


Gelesen 03/2021

März 9, 2021 - Lesezeit: 2 Minuten

Gerade zuende gelesen: Kirschblüten und rote Bohnen von Durian Sukegawa. Der selbsternannte Loser/Außenseiter Sentaro, der in einem Imbiss für eine Süßspeise festhängt, wird durch eine Expertin in dem Bereich zu Höhenflügen angetrieben. Nebenher erfährt man etwas darüber, wie man früher mit in Japan mit Leprakranken umging. Dieser Aspekt ist etwas moralingetränkt, aber insgesamt liest sich das Buch trotzdem recht angenehm. Ein zurückhaltendes Schulmädchen wird aus Gründen der Vollständigkeit (? → 3 Hauptcharaktere, 3 Generationen) ebenfalls durch die Handlung geschleift, bleibt dabei jedoch ziemlich blass.

Etwas besser hat mir Für eine schlechte Überraschung gut von Arto Paasilinna gefallen. Zwei Soldaten, die während des 2. Weltkrieges in Finnland notlanden, schlagen sich durch die verschneite Landschaft und erleben dabei einige Abenteuer. Moral ist in dem Buch auf befremdliche Weise eher weniger ein Thema (Stichwort "gute Gewalt"). Davon abgesehen wird man vom Autor gut unterhalten und kann sich in eine so ganz andere Zeit versetzen lassen.

Peter Frankopans langgezogener Aufsatz Die Neuen Seidenstraßen liegt mittlerweile auch schon eine Weile gelesen herum und hat schlussendlich nicht viel mehr zu sagen als dass der Westen sich warm anziehen kann, weil die Länder der Seidenstraße auf der Überholspur unterwegs sind. Dass dafür immer noch nur eine Erde verfügbar ist, scheint nicht eingeplant zu sein und so hinterlässt diese lineare Sichtweise bei mir Zweifel.


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Generative Music: Waiting

Februar 14, 2021 - Lesezeit: ~1 Minute

Vor einiger Zeit beschäftigte ich mich etwas mit Musiktheorie und schrieb ein Java-Programm, mit dem ich (und so ziemlich nur ich) in der Lage war, diffuse Musik zu erzeugen. Der Ansatz war damals, möglichst offen zu beginnen und dann einzugrenzen. Das hat nicht gut geklappt. Ich habe unterschätzt, wie "einfache" verständliche Musik funktioniert.

Mit ein paar neuen Gedanken und dem Ansatz umgekehrt (wenig flexibel -> flexibler) habe ich nun ein Python-Script geschrieben, das deutlich weniger diffuse Musik erzeugt.

Um sich ein Bild machen zu können, kann man sich dieses Beispiel anhören. Das Stück geht Richtung Easy Listening / Jazz und nimmt am Loudness War nicht teil (hat also leise und laute Abschnitte). Entsprechend versträgt es sich nicht gut mit lauten Hintergrundgeräuschen. Es mäandert einige Minuten mit wechselnden Moll-Tonleitern und einer sich wiederholenden Progression i-v-iv-i vor sich hin, bis es "ausläuft".


Peter Frankopan: Die neuen Seidenstraßen

Februar 2, 2021 - Lesezeit: ~1 Minute

Die Geschichte geht etwa so: Früher gab es die Seidenstraße, die West und Ost lange im Handel verbanden. Dann drehte der Westen auf und der Welthandel wurde durch ihn bestimmt.

Das ist nun vorbei. Asien emanzipiert sich und vor allem China ist auf dem Weg, die USA als Anführer "abzulösen". Trump hat die Entwicklung noch beschleunigt, während sich Europa größtenteils heraushält. Die alten Handelswege werden zu neuen. Der Westen muss fürchten, dass Asien den Westen rechts überholt.

Die Thesen werden mit allerlei Daten unterschiedlicher Qualität unterfüttert. Allerdings empfand ich davon viel als redundant. Ich hätte mir eher die Behandlung weiterer Aspekte gewünscht. Zum Beispiel spielen Umweltaspekte keine Rolle. Die Klimakatastrophe und deren Folgen scheinen unbedeutend zu sein.

Trotzdem hilft das Buch, aktuelle Entwicklungen besser zu verstehen und sich zeitweise aus der westlichen Wahrnehmungsblase zu bewegen.


Udon-Nudelsuppe-Baukasten

Januar 24, 2021 - Lesezeit: 3 Minuten

Für 4 Portionen, ohne Fleisch

Zutaten

  • 400g Udon-Nudeln (aufzuteilen, wenn für mehrere Tage gedacht)
  • 150g Pilze (z.B. Shiitake, Kräuterseitlinge, Champigons)
  • 1 Bund Frühlingszwiebeln
  • Gemüse (z.B. Brokkoli, Bohnen, Karotten, Zuckerschoten)
  • 2 Teelöffel Mirin
  • 2 Packungen Dashi
  • 1200-1800ml Wasser
  • 2-3 Esslöffel Mizo-Paste
  • Sojasoße
  • Salz
  • Pfeffer
  • Ingwer
  • Chili
  • Sesam

Mit Tofu?

  • 200g Tofu

Tofu anbraten?

  • Maisstärke
  • Sesam
  • Sojasoße
  • Sesamöl

Nudeln, Tofu und Mizopaste gibt es mittlerweile in vielen Supermärkten. Einfacher Tofu hat wenig Eigengeschmack und kann leichter gewürzt werden als z.B. geräucherter. Mirin und Dashi gibt es im Asia-Supermarkt.

Vorbereitung

Tofu

Wenn der Tofu nur in die Suppe soll, einfach in kleine Stücke schneiden. Ansonsten in Küchenpapier wickeln und etwas Schweres daraufstellen, damit der Tofu trocknet.

Suppe

Die Nudeln werden frisch gekocht und danach kalt abgespült. Pilze in Scheiben schneiden und bei Bedarf teilen, bis gut essbare Stücke übrig bleiben. Frühlingszwiebeln abwaschen, welke Teile entfernen und zerkleinern. Der Gemüseanteil braucht nicht groß auszufallen. 1-2 Karotten und maximal ein halber Brokkoli reichen beispielsweise.

Zubereitung

Tofu anbraten

Geschnittenen Tofu in eine Schale geben, Sojasauße, Gewürze, ein paar Esslöffel Maisstärke und Sesam dazugeben und durchmischen. Prinzipiell kann man das auch Stunden vorher machen, wenn man die Mischung durchziehen lassen möchte.

Ca. 10 Minuten bevor die Suppe fertig ist: Sesamöl in einer Pfanne erhitzen, Tofu dazugeben und bei mittlerer Hitze braten und durchmischen bis alle Seiten gut gebräunt sind. Dabei nicht zu lange warten, denn der Tofu gart noch ein bisschen nach. In eine Schale geben.

Suppe

Wasser aufkochen, Mirin und Dashi dazugeben. Dann Pilze und Gemüse dazugeben - Frühlingszwiebeln (und ggf. Zuckerschoten) erst später. Temperatur verringern.

Die Suppe kann wenige Minuten oder aber auch 20-30 Minuten köcheln, je nachdem wie weich das Gemüse werden soll.

Dann Gewürze und Mizo-Paste dazugeben und aufkochen lassen. Außerdem Frühlingszwiebeln (und ggf. Zuckerschoten) dazugeben. Die Suppe mit Mizo-Paste sollte möglichst nicht mehr kochen. Dann abschmecken und gegebenenfalls nachwürzen.

Anmerkungen

Das Essen kann recht schnell kalt werden, daher möglichst den Deckel auf der Suppe lassen und nicht zuviele Nudeln auf den Teller bringen.


Gelesen 1/2021

Januar 9, 2021 - Lesezeit: 3 Minuten

Schon im letzten Herbst las ich erneut Albert Camus' Die Pest. Das Buch blieb mir ähnlich haften wie schon beim ersten Lesen vor einigen Jahren, wobei diesmal andere Dinge in den Vordergrund rückten.

Ich ertappte mich immer wieder dabei, Parallelen zwischen dem Pestausbruch und unserer (im Vergleich) "freundlichen" Pandemie zu finden. Viele Dinge scheinen wirklich ähnlich zu verlaufen.

Bis das Ereignis tatsächlich von der breiten Masse verstanden ist, dauert es sehr lange. Die Situation erscheint abstrakt und unwirklich. Und solange man niemanden kennt, den es "erwischt hat", besteht immer die Möglichkeit, sich in gefühlter Sicherheit zu wiegen. Gerade diese gefühlte Sicherheit ist gefährlich und ich vermute, dass sie erheblich dazu beiträgt, dass man den Ernst der Lage falsch einschätzt.

Bei der Pest kommt irgendwann der Moment, in dem auch dem letzten klar wird, dass mit der Seuche nicht zu verhandeln ist. Dann sind die Straßen auch ohne Verordnung leer gefegt und das Heulen der Krankenwagensirenen löst Beklemmung aus. Davon sind wir zumindest in Deutschland zum Glück bisher weit entfernt. Hoffentlich bleibt es so.

Ebenso garantiert scheint eine "langsame Kenntnisnahme" zu Beginn. Man hat recht große Gewissheit, womit man es zu tun hat, aber zögert das Unvermeidliche Tage oder Wochen hinaus - Was sich bei hochinfektiösen Krankheiten im Nachhinein betrachtet immer als fragwürdig erwiesen hat.

Ein weiterer Punkt, praktisch der Elefant im Raum ist das Erlebnis für die Menschen "an der Front". Mir scheint, dass es hier ab dem Punkt der Überlast keinen so großen Unterschied macht, womit man es zu tun hat. Das Personal wird unbarmherzig zerrieben und kann doch nicht aufgeben.

Das ist auch ein zentrales Thema im Buch. Trotz der Ausweglosigkeit der Situation bleibt nichts, außer weiterzumachen und die Dauerbelastung auszuhalten.


Cartarescus Solenoid wartet schon eine ganze Weile darauf, weitergelesen zu werden. Das Buch ist sehr ungewöhnlich, sowohl in der Aufmachung als auch inhaltlich. Die Perspektive der Hauptperson pendelt zwischen ekelhaft, deprimierend und faszinierend hin und her. Tatsächlich beunruhigt mich das Lesen diese Buchs eher als viele andere Dinge momentan. Entsprechend wird es damit erst in einigen Wochen weitergehen.

Überbrückt wird derzeit mit Peter Frankopans Die Neuen Seidenstraßen am äh ... unteren Ende meiner Toleranzschwelle für Sachbücher. Die Hälfte ist etwa geschafft und mir drängt sich der Eindruck auf, dass hier weniger mehr gewesen wäre. Vielleicht braucht es aber auch Fülltext, um den Gedanken, die besprochen werden, etwas Raum zu geben.